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Advent 2016, Allgemeines

4. Adventssonntag

syntagma

Syntagma Platz, Athen, 2016

Der letzte Sonntag vor dem 24. Dezember, dem Heiligen Abend, dem Fest der Liebe.

Liebe ist per Definition die Bezeichnung für das intensivste und stärkste Gefühl, das ein Mensch einem anderen Menschen entgegenbringen kann. Liebe inkludiert aber auch die Liebe zu sich selbst. Ohne diese Selbstliebe sind wir nicht  in der Lage, andere Wesen zu lieben, und gerade mit dieser Selbstliebe tun sich viele sehr schwer. Das ist vielleicht auch ein Grund, warum von anderen erwartet wird: „Liebe mich!“, „Mach, dass es mir gut geht!“, „Mach mich glücklich!“. Und dann ist die Enttäuschung groß, dass der andere die Erwartungen nicht erfüllt – die er gar nicht erfüllen kann.

Wenn wir über Liebe sprechen, ist nicht nur die Liebe zu sich selbst und anderen Menschen gemeint. Auch die Liebe zu Tieren, und überhaupt zur Schöpfung, ist Teil von Zuneigung und Wertschätzung, die im Alltag leider viel zu oft vergessen wird. Vor allem zu den Feiertagen sind es gerade Tiere, die ihr Leben lassen müssen, damit der Mensch seiner Meinung nach ein angemessenes Fest feiern kann. Aber will nicht jedes Lebewesen einfach nur leben?

syntagma1Am Syntagma-Platz in Athen steht heuer ein beleuchtetes Schiff, das wohl nicht zufällig gewählt wurde. In der Mythologie bezeichnet ein Boot den Übergang, ein Hinstreben auf ein Ziel und einen Neuanfang. Das Schiff ist auch Symbolik für das menschliche Leben, für eine Reise über – zum Teil stürmische – Meere, hin zum Hafen Gottes. Mir persönlich gefällt der Gedanke: hin zum „Seelen-„Hafen sehr gut.

Denn darum geht es doch: Sich trotz stürmischer Ereignisse weiter auf den Weg machen, auf die eigene Seele hören, mit Liebe und Wertschätzung sich selbst und anderen begegnen, und somit einen Beitrag in einer Welt leisten, die Liebe mehr als nötig hat.

„Wünsch dir eine lange Fahrt, der Sommermorgen möchten viele sein. Da du, mit welcher Freude und Zufriedenheit in nie zuvor gesehene Häfen einfährst;“ (Ithaka von Konstantinos Kavafis)

Tipp: Eine sehr schöne musikalische Interpretation dieses Gedichtes: https://youtu.be/1pI6m4rERYA

kugel

 

Mit den besten Wünschen für eine Liebe-volle Zeit!

Monika

 

Ithaka (Konstantinos Kavafis)

Brichst du auf gen Ithaka,
wünsch dir eine lange Fahrt,
voller Abenteuer und Erkenntnisse.
Die Lästrygonen und Zyklopen,
den zornigen Poseidon fürchte nicht,
solcherlei wirst du auf deiner Fahrt nie finden,
wenn dein Denken hochgespannt, wenn edle
Regung deinen Geist und Körper anrührt.
Den Lästrygonen und Zyklopen,
dem wütenden Poseidon wirst du nicht begegnen,
falls du sie nicht in deiner Seele mit dir trägst,
falls deine Seele sie nicht vor dir aufbaut.

Wünsch dir eine lange Fahrt.
Der Sommermorgen möchten viele sein,
da du, mit welcher Freude und Zufriedenheit!
In nie zuvor gesehene Häfen einfährst;
Halte ein bei Handelsplätzen der Phönizier
Und erwirb die schönen Waren,
Perlmutter und Korallen, Bernstein, Ebenholz
Und erregende Essenzen aller Art,
so reichlich du vermagst, erregende Essenzen,
besuche viele Städte in Ägypten,
damit du von den Eingeweihten lernst und wieder lernst.

Immer halte Ithaka im Sinn.
Dort anzukommen ist dir vorbestimmt.
Doch beeile nur nicht deine Reise.
Besser ist, sie dauere viele Jahre;
Und alt geworden lege auf der Insel an,
reich an dem, was du auf deiner Fahrt gewannst,
und hoffe nicht, dass Ithaka dir Reichtum gäbe.

Ithaka gab dir die schöne Reise.
Du wärest ohne es nicht auf die Fahrt gegangen.
Nun hat es dir nicht mehr zu geben.

Auch wenn es sich dir ärmlich zeigt, Ithaka betrog dich nicht.
So weise, wie du wurdest, in solchem Maße erfahren,
wirst du ohnedies verstanden haben, was die Ithakas bedeuten.

 

 

 

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Über Monika Iatrou

Monika Iatrou About: Ich bin Malerin & Kulturmanagerin, Ghostwriter und noch einiges mehr ;-) Meine große Leidenschaft ist Kunst und Kultur und mir ist sehr wichtig, dass Kunst und Kultur viel mehr in unseren Alltag – auch in Unternehmen – integriert wird. Außerdem engagiere ich mich stark für den bewussten Umgang mit unseren Ressourcen sowie den Tierschutz und spreche mich heftig gegen die Massentierhaltung aus. Diese Form der "Lebensmittelproduktion" halte ich für Mensch und Tier inakzeptabel. Ich bin eine sehr kritische Konsumentin und trotzdem noch weit davon entfernt, perfekt zu sein. Ich bin eine Weltverbesserin, glaube an das Gute im Menschen und bin es trotzdem selbst nicht immer ;-). Deshalb veröffentliche ich auch was mich selbst interessiert, denn vielleicht interessiert das ja auch jemanden anderen ;-). Bis dann also + Bewusst bleiben. Monika Iatrou. http://www.iatrou.at

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